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<title>Der Fagottist</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Der Fagottist</span></h1>
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<tbody><tr>
<th colspan="2" style="background: lavender; color: black;">Operndaten
</th></tr>
<tr>
<td style="width: 40%;">Titel:
</td>
<td><b>Der Fagottist, oder: Die Zauberzither</b>
</td></tr>
<tr>
<td colspan="2" style="text-align: center;">
<p><small>Titelblatt des Librettos, Wien 1791</small>
</p>
</td></tr>
<tr>
<td>Form:
</td>
<td><a href="Singspiel" title="Singspiel">Singspiel</a> in drei Aufzügen
</td></tr>
<tr>
<td>Originalsprache:
</td>
<td>Deutsch
</td></tr>
<tr>
<td>Musik:
</td>
<td><a href="Wenzel_M%C3%BCller" title="Wenzel Müller">Wenzel Müller</a>
</td></tr>
<tr>
<td><a href="Libretto" title="Libretto">Libretto</a>:
</td>
<td><a href="Joachim_Perinet" title="Joachim Perinet">Joachim Perinet</a>
</td></tr>
<tr>
<td>Literarische Vorlage:
</td>
<td><a href="August_Jacob_Liebeskind" title="August Jacob Liebeskind">August Jacob Liebeskind</a>: <i>Lulu oder Die Zauberflöte</i>
</td></tr>
<tr>
<td>Uraufführung:
</td>
<td>8. Juni 1791
</td></tr>
<tr>
<td>Ort der Uraufführung:
</td>
<td><a href="Leopoldst%C3%A4dter_Theater" title="Leopoldstädter Theater">Leopoldstädter Theater</a>, Wien
</td></tr>
<tr>
<td>Spieldauer:
</td>
<td>ca. 2 Stunden
</td></tr>
<tr>
<td>Ort und Zeit der Handlung:
</td>
<td>Im Land Owitschiwitsch, Märchenzeit
</td></tr>
<tr>
<th colspan="2" style="background: lavender; color: black; text-align: left;">Personen
</th></tr>
<tr>
<td colspan="2">
<ul><li><i>Armidoro,</i> Prinz von Eldorado (<a href="Tenor" title="Tenor">Tenor</a>)</li>
<li><i>Kaspar Bita,</i> sein Begleiter (<a href="Bariton" title="Bariton">Bariton</a>, <a href="Schauspieler" title="Schauspieler">Schauspieler</a>)</li>
<li><i>Bosphoro,</i> Zauberer (<a href="Bass_(Stimmlage)" title="Bass (Stimmlage)">Bass</a>)</li>
<li><i>Perifirime,</i> die strahlende Fee (<a href="Sopran" title="Sopran">Sopran</a>)</li>
<li><i>Sidi,</i> ihre Tochter, Favoritin Bosphoros (Sopran)</li>
<li><i>Palmire</i> (Sopran)</li>
<li><i>Azili,</i> Vertraute Palmires (Sopran)</li>
<li><i>Idilis,</i> Vertraute Palmires (Sopran)</li>
<li><i>Bisi,</i> Vertraute Palmires (Sopran)</li>
<li><i>Zumio,</i> Frauenwächter (Tenor)</li>
<li><i>Alma,</i> Oberjäger des Prinzen (Tenor)</li>
<li><i>Pizzichi,</i> ein kleiner Genius (Sopran)</li>
<li>ein Jäger (<a href="Sprechrolle" title="Sprechrolle">Sprechrolle</a>)</li>
<li>ein Sklave (Sprechrolle)</li>
<li>Jäger und Gefolge des Prinzen, Sklaven, Sklavinnen, Schützen, Geister (<a href="Chor_(Musik)" title="Chor (Musik)">Chor</a>)</li></ul>
</td></tr></tbody></table>
<p><b>Der Fagottist, oder: Die Zauberzither</b> (später auch <b>Kaspar, der Fagottist</b>) ist ein <a href="Singspiel" title="Singspiel">Singspiel</a> in drei Aufzügen, das am 8. Juni 1791 auf dem <a href="Leopoldst%C3%A4dter_Theater" title="Leopoldstädter Theater">Leopoldstädter Theater</a> in Wien uraufgeführt wurde. Das <a href="Libretto" title="Libretto">Libretto</a> stammt von <a href="Joachim_Perinet" title="Joachim Perinet">Joachim Perinet</a>, die Musik von <a href="Wenzel_M%C3%BCller" title="Wenzel Müller">Wenzel Müller</a>, dem damaligen Kapellmeister dieses Theaters. Vorlage war das von <a href="Christoph_Martin_Wieland" title="Christoph Martin Wieland">Christoph Martin Wieland</a> in der Sammlung <i><a href="Dschinnistan" title="Dschinnistan">Dschinnistan</a></i> veröffentlichte Märchen <i>Lulu oder Die Zauberflöte</i> von <a href="August_Jacob_Liebeskind" title="August Jacob Liebeskind">August Jacob Liebeskind</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Inhalt">Inhalt</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zusammenfassung">Zusammenfassung</h3></div>
<p>In einem „Niemandsland“ wurde die Tochter einer mächtigen Fee von einem bösen Zauberer entführt und muss <a href="Rettungsoper" title="Rettungsoper">gerettet</a> werden. Ein Jüngling bekommt diesen Auftrag, gemeinsam mit seinem Begleiter Kaspar macht er sich auf den Weg und muss mit Geschick allerlei Gefahren bestehen. Außerdem stehen ihm <a href="Talisman" title="Talisman">Talismane</a> zur Seite, am wichtigsten die Zauber<a href="Zither" title="Zither">zither</a> und Kaspars <a href="Fagott" title="Fagott">Fagott</a>. Letzten Endes werden die bösen Kräfte besiegt, der Jüngling heiratet die Jungfrau und auch Kaspar bekommt eine Frau. Alle sind glücklich und froh und die Fee hat ihre alte Macht wieder.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Erster_Aufzug">Erster Aufzug</h3></div>
<p>Armidoro, der Prinz von <a href="Eldorado" title="Eldorado">Eldorado</a>, und Kaspar Bita, sein Begleiter, sind mit ihrem Gefolge auf der Jagd. Als Armidoro ein Reh mit goldenem Halsband erlegt, taucht Perifirime, die strahlende Fee, auf. Ihr wurde vor Jahren ihr vergoldeter Feuerstahl mit geisterspuckender Funktion von dem Zauberer Bosphoro entwendet, da sie sich aufgrund ihrer machtvollen Position zu sehr in Sicherheit wähnte. Nur ein Jüngling, der noch nie geliebt hat, kann es ihr zurückbringen. So erteilt sie dem Prinzen diesen Auftrag und Kaspar die Erlaubnis, ihn zu begleiten.
</p><p>Der böse Zauberer hält einige Jungfrauen gefangen. Eine von ihnen, Sidi, ist die Tochter der Fee. Damit Bosphoro keinen Verdacht schöpft, gibt Perifirime Armidoro einen Zauberring mit. Dieser kann ihm jede erwünschte äußere Erscheinung verleihen. Außerdem bekommt er eine Zauberzither, welche die Kraft hat, durch ihr Spiel die Herzen zu lenken und Leidenschaften zu entfachen oder zu stillen. Bei dem Palast des Zauberers angekommen, nimmt Armidoro die Gestalt eines alten Mannes an und spielt auf der Zither. Dem Zauberer erzählt er, dass er mit seinem Spiel unwillige Mädchen zähmen kann. Daraufhin lässt Bosphoro ihn eintreten, denn die gefangen gehaltenen Jungfrauen entwickeln sich nicht nach seiner Zufriedenheit. Kaspar jedoch wird nicht eingelassen und wendet sich verzweifelt an die Fee. Diese erinnert ihn an ein Zauberwort („Pizichi“) und als Kaspar es ruft, erscheint ein kleiner Genius. Dieser überreicht ihm ein großes Fagott und rät ihm zu blasen. Der Frauenwächter Zumio ist ganz verzückt und auch Bosphoro gewährt Kaspar nun Eintritt zu seinem Palast. Kaspar ist überzeugt, mit dem Fagott die Mädchen wirklich zu verzaubern.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Zweiter_Aufzug">Zweiter Aufzug</h3></div>
<p>Armidoro und Kaspar werden in die Spinnereistube der Mädchen geführt. Der Prinz verliebt sich auf der Stelle in Sidi und Kaspar in Palmire, Sidis Vertraute. Als der Prinz und sein Begleiter anfangen, ihre Instrumente zu spielen, werden alle, auch der Zauberer und der Frauenwächter, wie in Trance versetzt, tanzen und küssen sich. Wenn Bosphoro und Zumio weg sind, zeigt Armidoro seine wirkliche Gestalt und nun verliebt sich Sidi auch in ihn. Vor den Bösewichten tun die Mädchen, als würden sie sie lieben. Doch Zauberer und Zumio schöpfen Verdacht und planen, Armidoro und Kaspar auf einem Bootsausflug mit Hilfe von bösen Geistern zu ertränken. Perifirime warnt den Jüngling, gibt ihm eine Zauberkugel und Kaspar ein magisches Haar. So können sie sich und ihre Geliebten retten, während Bosphoro auf mit dem zerstörten Boot an Land getrieben wird und Zumio ins Wasser stürzt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dritter_Aufzug">Dritter Aufzug</h3></div>
<p>Bosphoro und Zumio überleben und wollen sich nun rächen. So planen sie, Armidoro und Kaspar beim Essen zu vergiften. Doch Palmire belauscht den Plan und warnt die beiden Guten. Der kleine Genius Pizichi erscheint und erklärt ihnen, wie sie sich beschützen können mit ihren Talismanen. Beim Mahl fliegt fast noch alles auf, doch Armidoro und Kaspar schaffen es, mit Zauberzither und -fagott alle in einen tiefen Schlaf zu versetzen. So können sie dann Bosphoro auch den Feuerstahl wieder abnehmen und ihre Mädchen retten. Aber die Bösewichte wachen wieder auf und wollen ihren Feinden noch den vergifteten Trunk verabreichen. Da erscheint die Fee Perifirime und verdammt den Zauberer und den Frauenwächter für Jahrhunderte unter die Erde. Am Schluss kehren die Glücklichen zurück in ihr Reich, Armidoro und Sidi werden König und Königin und Kaspar bekommt Palmire zur Frau.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Werkgeschichte">Werkgeschichte</h2></div>
<p>Das Libretto des Singspiels verfasste <a href="Joachim_Perinet" title="Joachim Perinet">Joachim Perinet</a>, der Librettist des <a href="Leopoldst%C3%A4dter_Theater" title="Leopoldstädter Theater">Leopoldstädter Theaters</a> nach dem Märchen <i>Lulu oder Die Zauberflöte</i> von <a href="August_Jacob_Liebeskind" title="August Jacob Liebeskind">August Jacob Liebeskind</a>, das dessen Schwiegervater <a href="Christoph_Martin_Wieland" title="Christoph Martin Wieland">Christoph Martin Wieland</a> in seiner Sammlung <i><a href="Dschinnistan" title="Dschinnistan">Dschinnistan</a></i> veröffentlichte. Perinet verschmolz diese Handlung mit dem volkstümlichen <a href="Hanswurst" title="Hanswurst">Kasperle-Theater</a>. Der Kaspar ist die eigentliche Hauptfigur des Stücks. Diese Rolle wurde für den damals beliebtesten Wiener Kasperledarsteller <a href="Johann_La_Roche" title="Johann La Roche">Johann La Roche</a> konzipiert.<sup id="cite_ref-piper_1-0" class="reference"><a href="#cite_note-piper-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Uraufführung am 8. Juni 1791 dirigierte der Komponist <a href="Wenzel_M%C3%BCller" title="Wenzel Müller">Wenzel Müller</a> selbst.<sup id="cite_ref-almanacco_2-0" class="reference"><a href="#cite_note-almanacco-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Das Singspiel war sehr erfolgreich und erlebte 125 Vorstellungen bis 1819. In den folgenden Jahren wurde es meist unter dem Titel <i>Kaspar, der Fagottist</i> gespielt, den auch das Autograph trägt. Schon 1792 präsentierten die Autoren einen zweiten Teil mit dem Titel <i>Pizzicchi,</i> der bis 1895 immerhin 48 Mal aufgeführt wurde. In München wurde 1795 eine von einem anonymen Autor überarbeitete Fassung als große Zauberoper mit dem Titel <i>Die Zauberzither</i> aufgeführt, die 1805 auch in Frankfurt gespielt wurde. Sie enthielt zwölf zusätzliche Arien deutscher und italienischer Komponisten.<sup id="cite_ref-piper_1-1" class="reference"><a href="#cite_note-piper-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Wiener Kammeroper zeigte das Werk 1970.<sup id="cite_ref-piper_1-2" class="reference"><a href="#cite_note-piper-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die <a href="Oper_K%C3%B6ln" title="Oper Köln">Oper Köln</a> präsentierte 2005 in Koproduktion mit der <a href="Hochschule_f%C3%BCr_Musik_und_Tanz_K%C3%B6ln" title="Hochschule für Musik und Tanz Köln">Hochschule für Musik und Tanz Köln</a> und dem <a href="Westdeutscher_Rundfunk_K%C3%B6ln" title="Westdeutscher Rundfunk Köln">WDR</a> eine Bearbeitung von <a href="Christoph_Schwandt" title="Christoph Schwandt">Christoph Schwandt</a>.<sup id="cite_ref-oton_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-oton-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Gestaltung">Gestaltung</h2></div>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Orchester">Orchester</h3></div>
<p>Die Orchesterbesetzung umfasst die folgenden Instrumente:<sup id="cite_ref-piper_1-3" class="reference"><a href="#cite_note-piper-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<ul><li><a href="Holzblasinstrument" title="Holzblasinstrument">Holzbläser</a>: zwei <a href="Querfl%C3%B6te" title="Querflöte">Flöten</a>, zwei <a href="Oboe" title="Oboe">Oboen</a>, zwei <a href="Klarinette" title="Klarinette">Klarinetten</a>, zwei <a href="Fagott" title="Fagott">Fagotte</a></li>
<li><a href="Blechblasinstrument" title="Blechblasinstrument">Blechbläser</a>: zwei <a href="Horn_(Blechblasinstrument)" title="Horn (Blechblasinstrument)">Hörner</a>, zwei <a href="Trompete" title="Trompete">Trompeten</a></li>
<li><a href="Pauke" title="Pauke">Pauken</a></li>
<li><a href="Cembalo" title="Cembalo">Cembalo</a></li>
<li><a href="Streichinstrument" title="Streichinstrument">Streicher</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Hintergründe"><span id="Hintergr.C3.BCnde"></span>Hintergründe</h3></div>
<p>Das Stück ist eine für Perinet typische „<a href="Kasper" title="Kasper">Kasperliade</a>“ in der Form eines Singspiels. Es gehört zu dem Typus der <a href="Wiener_Kasperl-_und_Zauberoper" title="Wiener Kasperl- und Zauberoper">Wiener Kasperl- und Zauberoper</a>, die in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts als nichthöfisches Pendant zur Barockoper aufkam. Die <a href="Zauberposse" class="mw-redirect" title="Zauberposse">Zauberposse</a> beschäftigt sich mit dem Hauptmotiv des Kampfes zwischen Gut und Böse, wie auch schon bekannt aus den <i>Contes des Fées</i> der französischen Märchenschriftstellerin <a href="Marie-Catherine_d%E2%80%99Aulnoy" title="Marie-Catherine d’Aulnoy">Marie-Catherine d’Aulnoy</a> und <a href="Christoph_Martin_Wieland" title="Christoph Martin Wieland">Wielands</a> <i><a href="Dschinnistan" title="Dschinnistan">Dschinnistan</a>.</i> In <i>Der Fagottist</i> wird dieser Kampf von der guten Fee und dem bösen Zauberer ausgeführt. Die typische Märchenstruktur wird allerdings um die Kasparhandlung und die Motive der Kasperlekomik erweitert. Auch die Form der <a href="Maschinenkom%C3%B6die" title="Maschinenkomödie">Maschinenkomödie</a> ist neuer. Perinet setzt auf hohen Aufwand an der Bühnentechnik und bei den Requisiten, es kommt zu Verwandlungen auf offener Szene und spektakulären zauberhaften Auseinandersetzungen. Als Hauptmotive können die Zauber-Instrumente angesehen werden.
</p><p><i>Der Fagottist</i> erinnert stark an die nur wenige Monate später mit der Musik Mozarts uraufgeführte <i><a href="Die_Zauberfl%C3%B6te" title="Die Zauberflöte">Zauberflöte</a></i> von <a href="Emanuel_Schikaneder" title="Emanuel Schikaneder">Emanuel Schikaneder</a>. Beide Werke verwenden Motive aus <a href="August_Jacob_Liebeskind" title="August Jacob Liebeskind">August Jacob Liebeskinds</a> Erzählung <i>Lulu oder die Zauberflöte</i>. Da Schikaneders Text zum Zeitpunkt der Uraufführung des <i>Fagottisten</i> erst bis zum ersten Finale fertiggestellt war und er den Verdacht eines Plagiats vermeiden wollte, nahm er kurzfristige Änderungen vor. Vermutlich ist der Bruch in der Wertung der Charaktere Sarastros und der Königin der Nacht im zweiten Aufzug der <i>Zauberflöte</i> darauf zurückzuführen.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Die_komische_Figur_des_Kaspar">Die komische Figur des Kaspar</h3></div>
<p>Kaspar hat mit dem früheren <a href="Infantilismus" title="Infantilismus">infantilen</a> Kasperle oder <a href="Hanswurst" title="Hanswurst">Hanswurst</a>, wie er beispielsweise von <a href="Josef_Anton_Stranitzky" class="mw-redirect" title="Josef Anton Stranitzky">Stranitzky</a> bekannt ist, nicht mehr so viel gemein. Zwar weist er teilweise noch typische Kasperleeigenschaften auf, doch darüber hinaus kann er Allüren annehmen, die gar nicht seinem Stand entsprechen. Schon dass auf das <a href="Diminutiv" title="Diminutiv">Diminutiv</a> verzichtet wird, zeigt die gewichtigere Rolle des Kaspar. Auch den Familiennamen „Larifari“ ersetzt Perinet durch „Bita“. Der Spaßmacher ist in fast allen Szenen aktiv dabei. Er ist nach wie vor verfressen, faul und interessiert an Frauen. Doch dabei ist er nicht mehr so derb und unflätig von der Wortwahl her. Die Sprachkomik ist aber ein bedeutender Faktor in seinem humoristischen Aufbau und hilft ihm gleichzeitig, das sonst für Kasperle typische ängstliche Verhalten abzustreifen. Kaspar ist zwar nach wie vor in der Dienerposition, tritt dabei aber selbstbewusst und schlagfertig auf. Die gesamte eingebaute Kasparhandlung verweist auf Perinets ironisches Verhältnis zum Zauberwesen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Aufnahmen">Aufnahmen</h2></div>
<ul><li>2005 – <a href="Helmuth_Froschauer_(Dirigent)" title="Helmuth Froschauer (Dirigent)">Helmuth Froschauer</a> (Dirigent), Christian Schuller (Inszenierung), Orchester des WDR Köln, Pro Musica Chor der Staatlichen Hochschule für Musik Köln.<br> Giovanni Araujo (Armidoro), Timm de Jong (Kaspar Bita), <a href="Raphael_Schwarzer" title="Raphael Schwarzer">Raphael Schwarzer</a> (Bosphoro), Katharina Leyhe (Perifirime), Myung-Hee Hyun (Sidi), Samantha Rubenhold (Palmire), Iryna Vakula (Azili), Manuela Trellakis (Idilis), Christine Uhl (Bisi), <a href="Nik_Kevin_Koch" title="Nik Kevin Koch">Nik Kevin Koch</a> (Zumio), Hoshimi Ryo (Fagott).<br> Live aus Köln; Dialogbearbeitung von <a href="Christoph_Schwandt" title="Christoph Schwandt">Christoph Schwandt</a>.<sup id="cite_ref-ommer_5-0" class="reference"><a href="#cite_note-ommer-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Peter_Branscombe" title="Peter Branscombe">Peter Branscombe</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.1093/gmo/9781561592630.article.O009073"><i>Kaspar der Fagottist.</i></a> In: <i><a href="Grove_Dictionary_of_Music_and_Musicians#Grove_Music_Online" title="Grove Dictionary of Music and Musicians">Grove Music Online</a></i> (englisch; Abonnement erforderlich)..</li>
<li>Eva-Maria Ernst: <i>Zwischen Lustigmacher und Spielmacher. Die komische Zentralfigur auf dem Wiener Volkstheater im 18. Jahrhundert.</i> Hg. von <a href="Peter_J._Brenner" title="Peter J. Brenner">Peter J. Brenner</a>, Band 3, Literatur-Kultur-Medien, Münster, Hamburg, London 2003, ISBN 3-8258-6730-7.</li>
<li><a href="Norbert_Miller" title="Norbert Miller">Norbert Miller</a>, <a href="Karl_Riha" title="Karl Riha">Karl Riha</a> (Hrsg.): <i>Kasperletheater für Erwachsene</i>. Insel-Verlag, Frankfurt a. M. 1978.</li>
<li><a href="Otto_Rommel" title="Otto Rommel">Otto Rommel</a> (Hrsg.): <i>Die Maschinenkomödie</i>, Reclam (= Barocktradition im österreichisch-bayrischen Volkstheater 1), Leipzig 1935.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Der_Fagottist_oder_Die_Zauberzither?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Der Fagottist oder Die Zauberzither</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<ul><li><a href="https://imslp.org/wiki/Kaspar_der_Fagottist_(M%C3%BCller,_Wenzel)" class="extiw external" title="scores:Kaspar der Fagottist (Müller, Wenzel)"><i>Kaspar der Fagottist</i></a>: Noten und Audiodateien im <a href="International_Music_Score_Library_Project" title="International Music Score Library Project">International Music Score Library Project</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://books.google.de/books?id=OctTAAAAcAAJ">Libretto. Wien 1791.</a> Digitalisat bei <a href="Google_Books" title="Google Books">Google Books</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://digital.blb-karlsruhe.de/blbihd/content/titleinfo/4900738"><i>Kaspar der Fagottist.</i> Manuskript eines Klavierauszugs mit Auszügen aus der Oper.</a> Digitalisat der <a href="Badische_Landesbibliothek" title="Badische Landesbibliothek">Badischen Landesbibliothek Karlsruhe</a></li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.operndb.uni-mainz.de/details/werk?id=90">Manuskripte und Aufführungen (1770–1830) von <i>Der Fagottist</i></a> im <a href="DFG-Opernprojekt" title="DFG-Opernprojekt">DFG-Opernprojekt</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-piper-1"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-piper_1-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-piper_1-1">b</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-piper_1-2">c</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-piper_1-3">d</a></sup></span> <span class="reference-text"><a href="Robert_Didion" title="Robert Didion">Robert Didion</a>: <i>Der Fagottist oder Die Zauberzither.</i> In: <i><a href="Pipers_Enzyklop%C3%A4die_des_Musiktheaters" title="Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters">Pipers Enzyklopädie des Musiktheaters</a>.</i> Band 4: <i>Werke. Massine–Piccinni.</i> Piper, München/Zürich 1991, ISBN 3-492-02414-9, S. 357–358.</span>
</li>
<li id="cite_note-almanacco-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-almanacco_2-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="http://almanac-gherardo-casaglia.com/index.php?Start=0&Parola=Stringa&Giorno=8&Mese=06&Anno=1791&Testo=Kaspar+der+Fagottist">8. Juni 1791: „Kaspar der Fagottist“.</a> In: <i>L’Almanacco di Gherardo Casaglia</i></span>
</li>
<li id="cite_note-oton-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-oton_3-0">↑</a></span> <span class="reference-text">Informationen über die Produktion in Köln 2005. In: <i>o.ton. Journal der Oper Köln.</i> Juni/Juli/September 2004, abgerufen am 18. Juli 2022 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.christoph-dammann.de/oton/OtonAusgabe1.pdf">online; PDF; 1,5 MB</a>).</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Ulrich_Schreiber_(Autor)" title="Ulrich Schreiber (Autor)">Ulrich Schreiber</a>: <i>Opernführer für Fortgeschrittene. Von den Anfängen bis zur Französischen Revolution.</i> 2. Auflage. Bärenreiter, Kassel 2000, ISBN 3-7618-0899-2, S. 490.</span>
</li>
<li id="cite_note-ommer-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-ommer_5-0">↑</a></span> <span class="reference-text"><i>Wenzel Müller.</i> In: <a href="Andreas_Ommer" title="Andreas Ommer">Andreas Ommer</a>: <i>Verzeichnis aller Operngesamtaufnahmen</i> (= <i><a href="Zeno.org" title="Zeno.org">Zeno.org</a>.</i> Band 20). Directmedia, Berlin 2005, S. 11684.</span>
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Normdaten (Werk): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/1150335939">1150335939</a></span> | <a href="Library_of_Congress_Control_Number" title="Library of Congress Control Number">LCCN</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://id.loc.gov/authorities/no2008001050">no2008001050</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/176072857/">176072857</a></span> </div>
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